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7 Tipps bei Kinderwunsch & Elternzeit Gestaltung

Posted in Annas Welt, AnnaZähltAuf, and Geburtsvorbereitung

‚Ich will ein Baby!‘

Einige verspüren diesen Wunsch ganz plötzlich, andere wissen ’schon immer‘, dass eigene Kinder Teil des Lebensplans sind. Egal wann und wie Dein/Euer Kinderwunsch kam: Es macht Sinn, deinen Körper frühzeitig auf eine Schwangerschaft vorzubereiten – nicht erst dann, wenn der Wunsch akut ist.

Sich darüber hinaus ein paar Gedanken zu machen wie der Alltag, Vereinbarkeit Beruf und Lebensstil sein soll, macht auch Sinn. Alles kann man nicht planen und vieles fügt sich dann einfach. Aber vorbereitet zu sein gab mir in einigen Bereichen, einfach eine gewisse Sicherheit, die ich für mich gebraucht habe.

Bitte beachte: Ich bin weder Arzt noch Hebamme und trage hier meine persönlichen Erfahrungen zusammen. Bei unerfülltem Kinderwunsch, wendet euch bitte an eine Hebamme oder Frauenarzt*In des Vertrauens. 

1. Schilddrüse kontrollieren lassen!

  • TSH Wert bei ~1,0.

Bitte Deinen Haus/ oder Frauenarzt*In um ein Blutbild und bespreche mit ihr/ihm alle weiteren Schritte. Ich habe bereits 6 Monate vor meiner ersten Schwangerschaft L-Thyroxin (ein Schilddrüsenhormon) genommen, um meinen viel zu hohen Wert (lag bei 3,5), zu senken.

Mein (extrem kompetenter!) Hausarzt, machte mich schon Jahre vorher darauf Aufmerksam und erzählte, dass viele Frauen mit unerfüllten Kinderwunsch, nach justieren dieses Wertes, endlich schwanger wurden!

Für Frauen mit Hashimoto/ chronischer Schilddrüsenentzündung:

Zwischen der Eule und dem kleinen Bruder, habe ich Hashimoto bekommen. Da ich seitdem täglich L-Thyroxin nehmen muss und meine Werte regelmäßig checken lasse, war es kein Problem ein zweites Mal schwanger zu werden.

Jeder Hormonhaushalt ist anders! Mit einer gut eingestellten Schilddrüse, konnte ich problemlos trotz Hashimoto, schwanger werden.

2. Folsäure & Jod nehmen.

Und zwar ab dem Zeitpunkt an dem ihr wisst: Wir wollen bald ein Kind.

Teure Präparate sind NICHT nötig! Folio Forte (100 Stk. ~ 8€), in Kombi mit einer (wenn nicht krass einseitigen) Ernährung, reicht vollkommen. Alles andere ist nur Geldmacherei! Hier sind auch Nettigkeiten wie Vitamin B12 & D drin, welches auch für Frauen ohne Kinderwunsch gut ist. B12 ist zum Beispiel wichtig für starke Nerven…

Folio ‚Phase 1‘ bei Kinderwunsch (hat mehr Folsäure) ab der 10. SSW ‚Phase 2‘. Kannst ‚Phase 1‘ aber bedenkenlos aufbrauchen, auch wenn Du drüber bist. Zu viel Folsäure ist wie Vitamin C und wird einfach wieder ausgeschieden. Habe ich mit meiner Ärztin damals abgeklärt!

Es gibt jodierte und unjodiertes ‚Folio‘. Und auch wenn Jod hat einen zwiespältigen Ruf hat, ist es wichtig für Babys Schilddrüse! Und es ist extrem wichtig, dass Deine eigene Schilddrüse gut eingestellt ist! Babies Schilddrüse kompensiert sonst Deine Fehlfunktion und wird sich nicht richtig entwickeln können. Stichwort Kropf.

Zu wenig Jod in der Schwangerschaft hat außerdem Einfluss auf die Intelligenz Deines Babies. Ich nahm die jodierte Variante, nach dem recht pragmatische Kommentar meines Frauenarztes, als ich ihn bei meiner ersten Schwangerschaft fragte ob Jod wirklich notwendig sei, war:

‚Wollen Sie, dass ihr Kind dumm ist?!‘
‚Eh. Nein?‘
‚DANN NEHMEN SIE JOD!‘
‚Hächem. Ok…‘

Kläre es wenn Du unsicher bist, mit deinem Frauenarzt*In ab!

3. Kenne Deinen Eisprung!

Es gibt hunderte kostenloser Apps, mit dessen Hilfe man den Eisprung ziemlich genau feststellen kann. Eine regelmäßige Periode, macht die Sache natürlich einfacher.

Ich habe Glück. Seit meiner ersten Periode mit 11 Jahren, habe ich einen sehr regelmäßigen Zyklus und kann die Uhr nach ihm stellen. Ich spüre meinen Eisprung, habe allgemein ein gutes Körpergefühl und ausgeprägten ‚Zervixschleim‘, an meinen fruchtbaren Tagen.

  • Mir ist bewusst, dass ich mich darüber sehr glücklich schätzen kann!
    Vielen Frauen ist es nicht so offensichtlich wann sie ‚empfangsbereit‘ sind und haben einen unregelmäßigen Zyklus. Da macht eine App durchaus Sinn (gibt viele kostenlose!).
    Versuche außerdem im Alltagsstress mal inne zu halten und deinem Körper zu zu hören! Am End möchte er dir was sagen…

Hier einige Beträge und Artikel, zum berechnen der fruchtbaren Tage:
Fruchtbare Tage  berechnen – Onmeda.de
Zervixschleim auswerten – Cyklotest.de
Eisprungkalender – hebamme4u.net

3. Lasten weg & Ernährung/Gewohnheiten scannen

Rauchen:
In meinem ‚früheren Leben‘ habe ich (ehrlicherweise sehr gerne, auch wenn das natürlich absurd und bescheuert ist), geraucht – mal mehr mal weniger. Als ein Baby kein ‚So in 5-6 Jahren‘ sondern eher ein ‚So in 1-2 Jahren‘-Projekt wurde, habe ich mit dem rauchen aufgehört.

Die Sucht ging mir außerdem tierisch auf den Sack! Zum Rauchen abgewöhnen gibt es (natürlich) auch kostenlose Apps. Halten die Motivation aufrecht mit ‚Du hast bisher 25,80 € gespart‘, ‚Hättest jetzt 25 mg Nikotin zu Dir genommen‘ oder ähnliches Anzeigen. Es ist nicht leicht, aber machbar.

Da wird einem auch erst bewusst, wie bescheuert rauchen eigentlich ist…

Alkohol:
Ich pichel gerne in Gesellschaft. Lange Abende mit guten Gesprächen, Tanz dazu ein Bierchen oder einen Gin Tonic… I. L.O.VE. Kann mich aktuell zwar nicht dran erinnern, wann ich dies das letzte Mal gemacht habe… aber in meinem früheren Leben oft und gerne!

Als unser Kinderwunsch näher kam, habe ich mich zurück genommen und wenig bis gar keinen Alkohol getrunken. Auch damit, wenn ich dann wirklich schwanger sein sollte, es nicht so ‚auffällig‘ ist, dass ich auf einmal keinen mehr trinke.

Wir leben in einer ‚Pro-Alkohol‘-Gesellschaft und beim Sektchen zum Geburtstag des Kollegen im Büro zu sagen: ‚Ne danke, für mich nur O-Saft‘, bringt in den meisten Fällen ein: ‚Ahaaaaaa! DU BIST SCHWANGER!!‘. Da ich nicht wusste wie schnell es bei uns mit den schwanger werden klappen würde, wollte ich mir dies frühzeitig ersparen…

Kann gerne gesellschaftskritisch betrachtet werden.

Ernährung: 
Während einer Schwangerschaft und im späteren Alltag mit Kind, nimmt Ernährung einen riesigen Platz im Leben ein. Es lohnt sich – für das eigene Nervenkostüm – Dir VORHER schon Gedanken drum zu machen UND gesunde Gewohnheiten anzueignen.

Ich bin leider kein besonders gutes Beispiel… schaue mir aber leidenschaftlich gerne Videos von Vloggern an, die es drauf haben! Und setze es dann nicht um… Macht ihr es doch einfach besser als ich!

Dies schaffte ich in der Schwangerschaft:

–> NULL ALKOHOL!!! Was Du Deinem Baby nicht geben würdest, solltest Du auch nicht in der Schwangerschaft zu Dir nehmen.

–> Viel ungesüßten (Bio)-Kräutertee trinken. (Bei der 2. Schwangerschaft, nicht wirklich…)

–> Zum Frühstück: Haferflocken (Eisen & Ballasstoffe), Dinkelflakes (hat mehr Magnesium, Zink und Eiweiß als Weizen), Leinsamen (viel Omega 3 & Kalium), Obst (Vitamin C zur besseren Eisenaufnahme) mit Hafermilch aufgefüllt (weil Calcium die Eisenaufnahme hemmt) – nach Lust auch ein paar getrocknete (ungeschwefelte) Früchte (für extra Eisen!).

Obst ist nicht so mein Ding. Das im Müsli reichte mir meistens schon. Beeren essen ich gerne, aber die bekommt man nicht (zumindest nicht in lecker) das ganze Jahr. Also habe ich versucht mehr Gemüse zu essen. Was mal besser, mal schlechter klappte.

–> Smoothies sind natürlich eine denkbare Alternative – auf die ich nicht immer Bock und schon länger nicht mehr gemacht habe…
Hier kannst Du ordentlich Spinat, Grünkohl und/oder Salat mit Obst (bitte in Bio-Qualität! Sonst machst Du Dir einen Pestizid Cocktail…) kombinieren. Superfoods (auch in Bio-Qualität) wie Chlorella & Spirulina (Algen mit sehr hohem Eisengehalt) oder Gerstengraspulver (enthält u.a. Vitamin B, Calcium und Eisen) hinzugefügt, pimpen sie zusätzlich und machen sie sehr Nährstoffreich.

Ein guter Mixer und die richtige Menge eiskaltes Wasser dazu ist Grundvoraussetzung. Sonst erinnert die Konsistenz – nach Aussage des besten Freunds von allen – an Kotze… Yummy!

–> Viele raten ganz von Kaffee ab. Ich habe ihn trotzdem getrunken. 1-2 ‚bewusste‘ Tassen guten Kaffees, statt 5-6 schnelle (so wie jetzt und die auch noch kalt…). Später, in den letzten Wochen (beim kleinen Bruder schon früher) der Schwangerschaft, musste ich Kaffee ganz weg lassen – mein Puls wurde sonst unkontrollierbar.
Und nein, ich habe keinem meiner Babies Kaffee zu trinken gegeben… (Bezug nehmend auf Punkt 1).

Mehr Bewegung
Schwangerschaft und Baby tragen, erfordert einen gesunden, starken Rücken!! Meiner ist weit davon entfernt… Damit ihr es besser macht als ich: Nehmt euch täglich Zeit euren Rücken zu trainieren! Eine gute Kondition ist ebenfalls von Vorteil… schon allein bei der Geburt.

UND BECKENBODEN TRAINIEREN !!! Ihr tut eurem Zukunfts-Ich einen großen Gefallen damit! Es gibt da ziemlich cooles Pilates (einfach mal Youtube durchforsten oder nach einem Studio in Deiner Nähe suchen)  was man machen kann. Das habe ich beim kleinen Bruder völlig ignoriert. Da ich ihn vaginal entbunden habe, merke ich nun einige Unterschiede… niesen sollte nicht mit voller Blase geschehen…

Generell kann man sagen, dass Frauen die schon VOR einer Schwangerschaft viel Sport gemacht haben, dies absolut (mit kleinen Einschränkungen) weiter machen können. Frauen die GAR KEIN Sport gemacht haben, sollten versuchen sich dafür Zeit zu nehmen. Spazieren gehen, schwimmen, Aquagym…Man muss es nicht übertreiben und auch nicht auf einmal einen Marathon laufen.

Bei der Eule war ich vor der Schwangerschaft 5-6 Mal die Woche im Fitnessstudio (da hatte ich noch Zeit…). Kurse und Ausdauer. Und habe dies bis zur Geburt auch weiter gemacht. Gegen Ende halt gemütliches Fahrrad fahren, schwimmen und Aquagym. Habe trotzdem 20 Kg zugenommen. Habe es für den inneren und nicht den ‚äußeren‘ Ausgleich gebraucht.

4. Mit dem Partner besprechen, wie Leben/Arbeiten aussehen soll

Ich finde dass man diesem Punkt viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkt! Einfach, weil man keine Ahnung hat wie der Alltag mit Baby aussieht.

Tatsache ist: Es ist ein 24/7-Job, ohne Pausen und ohne Urlaub. Wenn da alles auf einem Elternteil hängen bleibt, ist ganz schnell die Luft raus und die Nerven liegen Blank. Das ist weder für das Baby noch für euch gut!

Setzt euch mit eurem Partner BEVOR ihr schwanger seid zusammen und stellt euch gegenseitig folgende Fragen:

  • Wie stellt ihr euch das Familienleben vor?
    • ‚Seid ihr der Fahrradanhänger & am Wochenende immer auf Tour‘-Typ ?
    • Kann jeder seinen Hobbies nachgehen / lässt sich das umsetzen, wenn einer immer beim Kind sein muss?
    • Habt ihr ein BackUp wenn ihr mal durchatmen wollt?
      Eltern/Schwiegereltern/Tante/Onkel/Freunde? Wollen/Können die sich mal Zeit nehmen für euer Kind?
      Solltet ihr die Augen nach einem Babysitter/Leihoma/Opa offen halten?
    • Haben beide Elternteile die Möglichkeit, einmal die Woche etwas für sich selbst zu tun?
    • Wer nimmt wie lange Elternzeit?
    • Wollt ihr euer Baby irgendwann in eine Krippe/zur Tagesmutter bringen? Wenn nicht, wer bleibt die ersten Jahre zu hause?

5. HEBAMME SUCHEN!

  • Nicht erst wenn Du schwanger bist!!
    Schaue Dich schon vorher um, wen es da so gibt! Hebammen-Mangel ist KEIN Gerücht! Und rufe sie gleich an, sobald Du einen positiven Test in der Hand hältst!
  • Frage Dich selbst, was Dir bei Deiner Hebamme wichtig ist:
    • Soll sie eher ursprünglich oder medizinisch arbeiten?
    • Ist Dir stillen sehr wichtig, oder würdest Du genauso gerne Flasche geben?
    • Willst du, dass sie bei eurer Geburt dabei ist? –> Beleghebamme
  • Du bist schwanger?
    Lerne die Hebamme kennen! Und entscheide nicht (nur) nach Erfahrungen anderer.
    Einen Menschen mag man, oder eben nicht… und gerade bei einer Hebamme, kommt es drauf an ob die Chemie zwischen euch beiden stimmt.

Die Krankenkassen zahlen zwischen 2-3 Treffen mit einer potentiellen Hebamme. Auf jeden Fall der anderen ABSAGEN, wenn Du Dich für eine entschieden hast!!

Hier ein Übersicht über Hebammenleistungen und was Dir zusteht: Hebammenhilfe – Hebammenverband.de

6. Du bist nicht alleine!

Versucht ihr schon länger schwanger zu werden, um euch herum bekommen gefühlt ALLE Kinder, nur ihr nicht…? Ihr seid nicht alleine!! Wirklich!

Es ist weiterhin ein Tabu-Thema über unerfüllten Kinderwunsch und Fehlgeburten zu sprechen. Aber, es betrifft viele Frauen und Paare. Viel mehr, als man glaubt! Manchmal hilft es in die Offensive zu gehen, ‚einfach‘ mit den Menschen in Deinem Umfeld darüber zu sprechen.

JEDER wird Dir dazu eine Geschichte, vielleicht sogar die eigene, dazu erzählen können. Egal was Dein/Euer Schicksal für euch vorgesehen hat: Du bist stark und Du bist wunderbar!

In diesem Sinne:

Rock On!

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