Meine Liebe zum lesen – reloaded

Mein erstes dickes Buch war „Alle lieben Putzi“ von Hildegard Diessel welches ich in der dritten Klasse verschlang und meine Liebe fürs lesen entfachte. Ich verbinde ‚Die Wolke‘ von Gudrun Pausewang für immer mit dem Blur-Album ‚The great escape‘ weil ich es 1995 beim lesen rauf und runter hörte.

Im letzten richtigen Familien-Urlaub mit meinen Eltern und meiner Schwester mit 19 Jahren habe ich Das Parfüm‘ von Patrick Süskind gelesen und jeden Duft von Meer, Obst und Wind ganz neu wahrgenommen. Während meiner Ausbildung zur Hotelfachfrau las ich ‚Tokyo Love‘ von Hitomi Kanehara an einem Nachmittag im Café komplett durch und im Auslandssemester in Argentinien fand ich ‚Das Geisterhaus‘ von Isabell Allende in der Bücherecke eines Hotels und war sofort gefesselt – kannte es bis dato nur als meinen heißgeliebten Film mit Winona Ryder, Antonio Banderas und Meryl Streep.

Wenn ich in meinen 20igern nachts mal besoffen nach Hause kam, ärgerte es mich am meisten dass ich mein aktuelles Buch nicht weiterlesen konnte und kein Urlaub begann ohne dass ich vorher einige Stunden im Hugendubel verbracht hätte oder an meinem liebsten Ort an Bahnhöfen – der Bahnhofsbuchhandlung.

Es ist auch ein Hobby welches meine Tante und ich geteilt haben. Wir verbrachten wahlweise in Schweden oder Deutschland gemeinsam viel Zeit in Buchhandlungen. Als meine Kids kamen schickte sie uns regelmäßig neue Kinderbücher die bis heute zu unseren Lieblingen gehören und mit Sicherheit – wenn ich welche bekommen sollte – den EnkelInnen noch vorgelesen werden.

In Buchhandlungen stöbern und mich stundenlang dort verlieren, gehörte immer in meinen Leben dazu. und wenn Kinder ins Leben kommen, ändern sich Gewohnheiten. Zum einen ist freie Zeit alleine, in Ruhe, in den ersten Jahren eingeschränkt verfügbar und abends war ich häufig zu müde. Wenn wir Zeit bei meinen Eltern in Schweden verbrachten schaffte ich es doch mal wieder 1-2 Bücher zu lesen, aber im Alltag so gut wie nie.

Als meine Tochter 7 und mein Sohn 4 Jahre alt waren machte ich es mir zur Gewohnheit den Kids erst vorzulesen und dann neben meinem Sohn, bis er einschlief, selbst ein Buch zu lesen. Kaufte mir so ein kleines Leselicht das man an das Buch anklicken kann und las so zum ersten Mal in Jahren, innerhalb von zwölf Monaten, ganze 13 Bücher. Bis zum Schluss! Denn das ist meine nächste Herausforderung, dass ich einige Bücher parallel lese und teilweise nicht beende wenn es mich nicht sofort abholt.

So liegen einige ‚angelesene‘ Bücher in meinem Nachtisch, wovon ich alle noch beenden möchte. Aber die Verführungen neuer Bücher sind so groß… also ist mein Ziel mit Beginn Juni 2026: Ein Buch immer erst fertig lesen bis ich ein neues beginne UND im Wechsel mit einem welches ich schon zu Hause habe.

Damit fange ich heute 10.06.2026 an. Dank der frisch erschienen ‚Momothek‚ von Moritz Neumeier, werde ich mit neuen Bücherstoff versorgt – denn eines lesen wir als Community im Monat zusammen. Ab September geht mein schwedischer Buchklubb auch wieder in die nächste Runde… schauen wir ob ich bis dahin so eine gute Routine etabliert habe, dass ich es schaffe drei Bücher im Monat zu lesen.

Bald findet ihr das erste mal seit Jahren eine Bücherrezension in meiner Kategorie AnnaLiest, die damals nie richtig angefangen hatte. Ich starte mit dem Roman „Der Bademeister ohne Himmel“ von Petra Pellini.

In diesem Sinne: Happy reading!

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